Gehärteter Edelstahl in der Medizintechnik

In der Medizintechnik spielt die Auswahl eines geeigneten Werkstoffs für chirurgische Instrumente eine besonders große Rolle. In diesem Einsatzgebiet werden hohe Ansprüche an die verwendeten Materialien und ihre Beständigkeit gestellt.

Medizintechnik

Dabei entscheiden vor allem die chemische Resistenz, die abrasive Beständigkeit der Oberfläche und aseptischen Eigenschaften über die Eignung eines Werkstoffs. Rostfreier Edelstahl ist grundsätzlich gut geeignet für Umgebungen, die hohen hygienischen Standards gerecht werden müssen. Absolute Hygiene ist im medizinischen Bereich bei verwendeten Apparaturen, Hilfsmitteln und deren Konstruktionswerkstoffe Voraussetzung. Die dauerhafte Beständigkeit von Oberflächen gegen mechanische Beanspruchung und  Behandlung mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist Voraussetzung für den Einsatz von Edelstahl in der Medizintechnik. Die Oberflächengüte ist ein entscheidender Faktor für den späteren Einsatz. Zerkratzte oder aufgeraute Oberflächen sind inakzeptabel, da diese Keimbefall  begünstigen. Grundsätzlich gilt je höher die Oberflächenhärte eines Werkstoffes ist, desto robuster ist das Material gegenüber mechanischer Belastung. Neben Widerstand gegen abrasive Beanspruchung ist auch die Beständigkeit gegenüber Korrosionsprozessen wichtig, um Materialbeschädigungen vorzubeugen. Die meisten Edelstahlsorten weisen eine nur geringe Beständigkeit gegen Korrosion und mechanischer Belastung auf. In vielen Fällen kann diese durch das Härtungsverfahren BORINOX® verbessert werden. Dieses Verfahren wurde speziell dafür entwickelt, hoch chrom- und nickelhaltige rostfreie Edelstahlsorten zu härten und so vor Verschleiß zu schützen. BORINOX® hilft Produkte für die Medizintechnik langlebiger und kostengünstiger zu produzieren.

In welchen Bereichen kann BORINOX® eingesetzt werden?

Die Einsatzmöglichkeiten von gehärtetem Edelstahl in der Medizintechnik sind vielfältig und reichen von Klemmen, Schabern, Messern und Schneidwerkzeugen über Fräser bis hin zu minimal-invasiven chirurgischen Instrumenten. Das BORINOX® Verfahren gewährleistet eine Erhöhung der Oberflächenhärte bei gleichzeitigem Erhalt der guten Korrosionseigenschaften.

Wie hilft Edelstahl härten?

Beim Anwendung des BORINOX® Verfahrens bleiben die positiven Eigenschaften der bisher verwendeten Materialen vollständig erhalten. Es ist keine Substitution der verwendeten Werkstoffe notwendig. Die Aufhärtung der Oberfläche kann die Lebensdauer der verwendeten Teile bei Beanspruchung durch Abrasion, Adhäsion, Tribooxdidation, Erosionsverschleiß oder Kavitation deutlich verlängern.

Diese Materialien können mit dem BORINOX® Verfahren gehärtet werden

In der Medizintechnik werden häufig austenitische Stahlqualitäten wie der 1.4401 und 1.4404 eingesetzt. Für Klingen und Schaber und Fräser kommen auch martensitisch härtbare Werkstoffe wie der 17-4 PH zum Einsatz. Beide Materialgruppen eignen sich in besonderer Weise, um mit dem BORINOX® Verfahren behandelt zu werden.