Chromstahl

Unter Chromstahl werden Stahlsorten verstanden, bei denen Eisen mit Chrom legiert. Umgangssprachlich wird der Begriff auch häufig gleichbedeutend mit dem Wort Edelstahl / rostfreier Stahl verwendet. Prinzipiell muss Chrom nicht zwingend in einem Edelstahl enthalten sein, Chrom ist aber eines der häufigsten Legierungselemente in Edelstahlsorten und ist in den meisten kommerziell genutzten Edelstahlsorten enthalten. Chrom ist eines der entscheidenden Elemente bei der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion, wodurch sich auch die oftmals synonyme Verwendungsweise des Begriffes erklärt.
Zur Unterscheidung von Chromstahl und Chrom-Nickel Stahl. Die meisten gebräuchlichen Chromstahlsorten enthalten auch Nickel. Umgangssprachlich wird in der Regel aber von Chromstahl gesprochen, so ist z.B. auch der weit verbreitete Stahl 1.4301 (AISI 304) genau genommen ein Chromnickelstahl.

Chromstahl

Was sind die spezifischen Eigenschaften von Chrom in Stahl Legierungen?

Chrom senkt als Austenitbildner die kritische Abkühlgeschwindigkeit beim Härten, steigert die Verschleißfestigkeit, die Zunderbeständigkeit und Warmfestigkeit.Besonders häufig wird Chrom zur Erhöhung der Beständigkeit gegen Korrosion eingesetzt. Ab einem im Mischkristall mit Austentit oder Ferrit gelösten Anteil von 10,5% nimmt die Korrosionsbeständigkeit zu. Stahlsorten, die diese Anforderung erfüllen, werden definitionsgemäß auch als “Nichtrostender Stahl” bezeichnet. Chrom bildet dabei eine Passivschicht über dem darunter liegenden Material. Diese Schicht ist zwar dünn, haftet aber stark. Sie heilt sich bei Angriffen wieder selbstständig. Nichtrostend bedeutet allerdings nicht, dass Chromstahl in allen Einsatzgebieten gegen Korrosion gefeit ist. Beim erwähnten Wert von 10,5% ist Chromstahl lediglich gegen Korrosion unter Normalatmosphäre geschützt. Mit steigenden Anteil von Chrom in der Legierung nimmt auch die Beständigkeit gegen Korrosion zu. Von Chromstahl spricht man in der Praxis allerdings daher erst ab einem Anteil von 12%. Der weit gebräuchliche 1.4301 (AISI 304) Stahl weist einen Chromanteil von mindestens 17% auf. Ein erhöhter Anteil von Chrom wirkt sich positiv auf die Beständigkeit gegenüber oxidierenden Säuren wie etwa Schwefelsäure aus. Nickel als Legierungselement erweitert die Schutzfunktion gegenüber Korrosionsprozessen auf nicht oxidierende Säuren. Wie Chrom ist auch Nickel ein Austenitbildner.

Kann man Chromstahl härten?

Schieber mit LeitungenChrom erhöht zwar die die Korrosionsbeständigkeit, allerdings nicht die Härteeigenschaften von Stahl Legierungen. Hierzu sind weitere Behandlungsschritte nötig, häufig werden beispielsweise Wärmebehandlungen durchgeführt. Viele dieser Verfahren wirken sich negativ auf die Korrosionsbeständigkeit aus. Eine weitere Möglichkeit, Chromstahl zu härten, stellt das BORINOX® Verfahren dar. Beim dieser Methode handelt es sich um ein gasbasiertes Niederdruck Diffusionsverfahren. Es ist insbesondere für den Einsatz bei Chromlegierungen geeignet, da die BORINOX® eigene Prozessdurchführung effektiv der Ausscheidung von Chromcarbiden- Nitriden vorbeugt. Dadurch kann der Erhalt des Schutzes gegen Korrosion gewährleistet werden.